Wie eine Raumentwicklung im Zeitalter der Digitalisierung gelingen kann

Digitalisierung kann für die räumliche Entwicklung Chance wie auch Risiko sein. Damit die Digitalisierung als Chance für eine nachhaltige Entwicklung genutzt werden kann, sind drei Erkenntnisse aus der Delphi-Studie zu Digitalisierung und Raum zentral. 


Die HSR hat im Rahmen der Projekts NUDIG eine zweistufigen Delphi-Studie zur Raumwirksamkeit der Digitalisierung durchgeführt. Ca. 40 Expertinnen und Experten aus den drei Schwerpunktbereichen Mobilität und Verkehr, Raumentwicklung und Zentralitäten sowie Landschaft und Freiraum haben an einer Online-Umfrage teilgenommen und die Resultate zusammen an einem Workshop diskutiert und spezifiziert. Fachleute aus den Berufsverbänden SVI, FSU und BSLA dienten als Kontrollgruppe.
Den Bericht mit den detaillierten Ergebnissen zu den drei Schwerpunkten wird noch im Sommer 2019 veröffentlicht. Für weitere Fragen dürfen Sie uns gerne kontaktieren.

Erstens anerkennen die Expertinnen und Experten die Notwendigkeit eines Zielrahmens. Auf diese Ziele kann hingearbeitet werden, damit man sich nicht von technologischen Entwicklungen treiben lassen muss. Es herrscht aber Uneinigkeit, wie ein kongruenter Zielrahmen auszusehen hat und auf welcher Ebene hier anzusetzen ist. Diese Unsicherheit bei der Abschätzung von technischen Entwicklungen zeigt sich beispielhaft an den Antworten auf die Frage, wann autonome Fahrzeuge marktreif werden.

Dies führte in der Diskussion mit Expertinnen und Experten zur zweiten zentralen Erkenntnis, dass ein agiler Ansatz nötig ist. Weil die Festlegung eines kongruenten Zielrahmens mit Unsicherheiten behaftet ist, sollte in einem Prozess gelernt werden, wie mit der Digitalisierung umzugehen und die Potenziale auszuschöpfen. Ausgangspunkte des agilen Prozesses bilden kleine Projekte, die kurzfristig zu realisieren und gegebenenfalls zu revidieren sind. Erfahrungen müssen im Kleinen gesammelt werden und als Best-Practice-Beispiele vorausgehen, um dann konzeptionell übertragen werden zu können. Die Auswirkungen dieser Projekte können dann in Zukunftsbilder einfliessen.

Die Steuerungskapazitäten proaktiv ausschöpfen, ist die dritte zentrale Erkenntnis. Räume müssen sich durch neue Technologien neuen Anforderungen anpassen. Dabei werden Daten eine immer grössere Rolle spielen. Nicht nur für die Analyse und Planung, sondern letztendlich auch für die Steuerung des Raums und der Nutzenden (siehe Abbildung). Daten entwickeln sich immer mehr zu einer neuen Steuerungsmacht, weshalb laut ExpertInnen der Zugang dazu gesichert und Transparenz zu gewährleisten ist.
 



Über den/die Autor/in

Jolanda Zurfluh

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